
Die Dritte Minute
Ist die Geschichte von zwei Hitlerjungen, Hans und Max, die in den letzten Kriegstagen in Wien von ihrem Ausbildner den Auftrag erhalten, Sachen zu suchen, die für den bevorstehenden Straßenkampf gegen die heranrückende Rote Armee gebraucht werden könnten. Die beiden steigen bei ihrer Suche in ein mehrstöckiges Kellersystem ein und finden dort in einem Kellerabteil eine versteckte jüdische Frau. Ohne sich näher mit der Frau zu beschäftigen, eilen die beiden wieder nach oben, um ihren Fund zu melden, doch da wird der Ausgangsbereich von einer Fliegerbombe getroffen und die beiden sind nun - wie die Frau - Gefangene. Keine Befreiung scheint in Sicht. Durch diesen Umstand sitzen nun alle drei auf engstem Raum zusammengedrängt und ein Konflikt scheint unausweichlich. Während die Frau, gezeichnet von den Jahren der Angst, in sich hinein versunken und reaktionslos da sitzt, beginnt der ältere der beiden, Hans, mit seinen Haßtriaden gegen die Feinde des Deutschen Volkes. Seine Sätze wirken einstudiert und sind nichts anderes als die Worte seiner Mutter, einer treuen Parteigenossin, und die der Propaganda. Max, der seine Eltern im Krieg verloren hat und von da an bei Hans und dessen Mutter Zuflucht gefunden hat, ist von seinem Charakter her jemand, der alles hinterfragt und nicht so leicht für eine Sache zu gewinnen ist. Er hat aber aufgrund seiner Situation keine andere Wahl, da er noch immer darauf hofft, daß einer seiner Verwandten ihn doch noch aus seiner Misere befreit. Anfangs verhält er sich der jüdischen Frau gegenüber zurückhaltend doch mit der Zeit versucht er, als Hans immer wieder nach oben eilt um nach der Rettung Ausschau zu halten, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Je länger er mit der Frau zusammen ist, umso mehr erwachen seine Erinnerung an seine toten Eltern, vor allem an seine Mutter. Langsam bauen sie Vertrauen zueinander auf und gerade als die letzte Kluft überwunden scheint, kommt es oben auf der Straße zum erbitterten Kampf. Der Kellerausgang wird im Zuge der Kämpfe wieder frei gesprengt.
Es kehrt Stille ein. Nichts ahnend, wen sie oben antreffen, gehen die beiden Jungen, vor allem auf Hans’ Drängen, doch hinauf. Schüsse fallen. Noch immer verwirrt und verängstigt bleibt die Frau im Keller zurück und wird anschließend von marodierenden russischen Soldaten verschleppt. Als sie von zwei Russen über das Schlachtfeld getragen wird, sieht sie die Leichen von Max und Hans. Der Film zeigt, das es im Krieg weit mehr Verlierer als Gewinner gibt. Einer der Gewinner ist der ehemalige Ausbildner von Hans und Max, zuvor in Uniform, ein treuer Anhänger des Systems, jetzt in Zivil, klopft er russischen Kindersoldaten auf die Schulter und spendiert ihnen als Dank für die Befreiung aus dem Nazijoch eine Flasche Schnaps.




